Stolperstein-Ausstellung: Schülerinnen und Schüler erinnern an jüdische Schicksale in Saarlouis

Hans Meyer, Helga Meyer, Martha Meyer, Sofia Wollheim – vier Menschen aus Saarlouis, die in der Zeit des Nationalsozialismus verschleppt und getötet worden sind. Wo sie gelebt haben, erinnern heute in der Innenstadt Stolpersteine an ihre Schicksale. Stolpersteine sind kleine Gedenktafeln aus Messing. Der Künstler Günter Demnig verlegt sie überall in Deutschland vor den Wohnhäusern von Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert , vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.
 
Mit den Schicksalen von Familie Meyer und Sofia Wollheim haben sich Schülerinnen und Schüler der Lerngruppe 8.4 in den letzten Wochenüberfachlich im Unterricht und freiwillig in ihrer Mittagspause beschäftigt. Sie haben sich mit den Schicksalen der Menschen auseinandergesetzt, diese in Kurzgeschichten getieft, herausgefunden was ,,Erinnerungsarbeit'' bedeutet und ihre Erkenntnisse in künstlerische Darstellungen übertragen. Gebündelt wurden ihre Erfahrungen darüber hinaus in einer Rede. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Yannick Rupp und der Schulleiterin Almut Wilhelm haben die Schülerinnen und Schüler Ende Januar die Stolpersteine von Familie Meyer und Sofia Wollheim gereinigt. Zuvor braun angelaufen, glänzen die Stolpersteine nun wieder messingfarben und laden in den Straßen von Saarlouis zum Erinnern ein.
 
In der Gemeinschaftsschule In den Fliesen haben die Schülerinnen und Schüler der 8.4 ihr Projekt schließlich im feierlichen Rahmen vor anderen Lernenden, Lehrkräften und Eltern präsentiert. Sie haben ihrem Publikum die Rede mutig vorgetragen und die Schicksale im Tandem vorgelesen.Die Arbeitsergebnisse konnten in Ruhe und im geschützten Rahmen in einem Galeriegang begutachtet werden. Die Stolperstein-Feier hat gezeigt, dass die Jugendlichen mit Einsatz und gemeinsam Vieles erreichen können und neben Stolz auch viel Selbstwirksamkeit erfahren haben.
Die Schulgemeinschaft ist ein Stück weiter zusammengerückt - Erinnerung verbindet.